Montag, 3. Juli 2017

Erfolgreicher Turm-einbruch



Das Weiß in dieser Stellung besser steht außer Frage. Die Bauern b7 und d5 stehen unter Druck. Schwarz kann im Grunde genommen nur noch Königszüge machen. Aber das scheint zu reichen. Auf Kf4 kommt h6 und dann wieder Königszüge.

Was also tun? Weiß fand einen überzeugenden Weg mit einem Turm in die Stellung zu gelangen: Der entscheidende Einbruch



Donnerstag, 29. Juni 2017

Zugzwang, Umgehung und wieder Zugzwang



Weiß steht besser wegen der Bauernschwächen b5 und d5, aber der weiße König muss mithelfen: Ein König macht sich auf den Weg ... (anclicken)

Während das Mittel des Zugzwangs durchaus allgemeiner bekannt ist, ist die äußere Umgehung des gegnerischen Königs eher ein Geheimtipp, den man sich aber merken sollte

Mittwoch, 21. Juni 2017

Die Gefahr nicht erkannt






In der Diagrammstellung glaubte Schwarz das Remis mit dem Manöver Sb8 +Sc6 in der Tasche zu haben. Eine naheliegende Idee, die sich aber als fehlerhaft erwies: Entscheidender Durchbruch (anclicken)

Im Nachhinein ist man natürlich immer schlauer. Hätte Schwarz die Gefahr gesehen, hätte er sicherlich 1. ...a5 gespielt: Alles wäre OK gewesen (anclicken)

Freitag, 16. Juni 2017

Wo ein Wille ist, da ist vielleicht auch ein Weg






In dieser Stellung steht Weiß natürlich besser. Aber wie knackt man die Stellung? Exweltmeister Smyslov fand einen überzeugenden Weg.... letzter Zug Ta8xa7 : Wo ein Wille ist ....

Donnerstag, 15. Juni 2017

Weltmeisterliche Technik


In der obigen Stellung münzte Exweltmeister Kramnik (mit Schwarz) seinen Vorteil in vorbildlicher Weise in einen Sieg um:
 Weltmeisterliche Technik

Samstag, 10. Juni 2017

Der Mattangriff im Turmendspiel




In dieser Stellung erzeugt das einfache 1. Ta7! ein Mattbild, dem der schwarze König nicht mehr entkommen kann. In dem folgenden Beispiel werden wir dieses Mattbild - natürlich in komplizierter Version - auftauchen sehen.



Ich denke, dass viele hier sich mit dem einfachen 1. ... Td2 bescheiden würden. Was den d-Bauern gewinnt, aber wohl im Remis enden würde.
Allerdings könnte einen der Turm auf der zweiten Reihe auf das im ersten Diagramm vorgestellten Mattbild bringen. Den König nach f3 und einen Bauern nach e3 zu bringen, erscheint nicht unmöglich. Versuchen wir es mal mit dem direkten und naheliegenden 1. ... f4:
Nur ein netter Versuch (anclicken)

Wie wir gesehen haben, funktionierte die Sache nicht richtig wegen der fehlenden Rücken-und Seitendeckung des Königs. Muss man die ganze Idee nun ad acta legen? Keineswegs:
Die gelungene Durchführung (anclicken)

Dieses Mattbild sollte man sich merken, weil es gar nicht so selten vorkommt, wie man vielleicht denkt. Und es kann auch mal zum Rettungsanker werden, wie im folgenden Beispiel: Ein Mattbild brachte die Rettung (anclicken)

Bei Gelegenheit werde ich noch weitere Beispiele einfügen 

Samstag, 3. Juni 2017

Versäumtes Gegenspiel!

Karpov-Gelfand
(Tilburg 1991) 

Vielleicht war sich hier der junge Gelfand zu sicher, dass er hier das Remis schon irgendwie erreichen würde. Anstatt aktives Gegenspiel zu suchen verhielt er sich seltsam passiv, bis Weiß am Ende tatsächlich eine Gewinnstellung erreichte: Eine zu passive Strategie (anclicken)

Mittwoch, 31. Mai 2017

Vorbildliche Ausnutzung eines entfernten Freibauern


Schmidt -Kasparow

Der schwarze Vorteil steht außer Frage. Aber reicht der entfernte Freibauer auch zum Gewinn? Exweltmeister Kasparow beantwortete diese Frage auf recht eindrucksvolle Weise: Eine vorbildliche Gewinnführung (anclicken)

Mittwoch, 24. Mai 2017

Optimales Figurenspiel a la Lasker

Marshall - Lasker
WM-Kampf 1907

Auf den ersten Blick würde man hier denken, dass die Stellung eher ausgeglichen ist. Aber Emanuel Lasker verstand es seine Figuren ( - man sehe besonders die Turmmanöver-) optimal zu aktivieren. Seinem Gegner blieb - nach einer Ungenauigkeit (c4) - nur das passive Abwarten ... und dies geht ja im Schach meist nicht gut aus: 
Aktives Figurenspiel (anclicken)

Übrigens verteidigte Lasker seinen Titel mit +8/=7/- 0 gegen einen recht respektablen Gegner



Donnerstag, 18. Mai 2017

Türme auf der zweiten oder siebten Reihe sind eine Macht!





Weiß am Zuge hat hier sicherlich eine leichte Initiative, aber der Weg zu einem gewinnbringenden Vorteil ist - wenn überhaupt möglich - sicherlich noch weit. 
Exweltmeister Karpov brachte erst einmal seine Türme in Idealposition:. Der Rest ergab sich dann: Zwei Türme auf der siebten Reihe

Mittwoch, 17. Mai 2017

Der Kampf gegen zwei Freibauern





Die schwarze Situation ist alles andere als rosig. Der entfernte Freibauer auf der b-Linie hält den schwarzen Springer gebunden und Weiß droht a) mit König, Springer und h-Bauern am Königsflügel vorzugehen oder b) bei günstiger Gelegenheit den Vormarsch des Freibauern mit König und Springer zu unterstützen.

In dieser Situation entschloß sich Schwarz erst einmal den entfernten Freibauern zu beseitigen: Eine beseitigte Gefahrenquelle ...(anclicken)




Zwar ist nun der entfernte Freibauer vom Brett, aber die Sache bleibt spannend. Denn ein Springer tut sich im Kampf gegen einen Randbauern üblicherweise schwer und der schwarze König ist weit weg. Dennoch hätte Schwarz den Remishafen erreichen können ... ein Moment der Unachtsamkeit verdarb alles: Der Kampf gegen den Randbauern

Dienstag, 16. Mai 2017

Ein aktiver Turm brachte die Wende





Ein Blick genügt um zu sehen, dass Weiß bei normalem weiteren Spielverlauf verlieren wird. Der schwarze König wandert einfach bis g5 und dann entstehen schon Zugzwangmotive
   So weit wollte es der Weißspieler aber nicht kommen lassen und schaltete um auf Turmaktivität. 

Bei genauestem Spiel von Schwarz solte auch dann die Partie gewonnen werden. Aber eine kleine Ungenauigkeit und plötzlich ist Weiß dem Remis recht nahe: Ein aktiver Turm ... (anclicken)

Montag, 15. Mai 2017

Zwei Schwächen und ein agiler Springer



 

  
Natürlich steht der schwarze Vorteil aufgrund seiner Königsdominanz außer Frage. Aber wie münzt man so etwas in einen Gewinn um?

GM Polugajewski knüpfte sich erst einmal den Damenflügel vor und schuf hier eine dauerhafte Schwäche (Einbruchsfeld b4). Dann legte er den f2-Bauern als zweite (dauerhafte) Schwäche fest und zuletzt schickte er seinen Springer auf Reisen ... : Ein aktiver Springer ... (anclicken)

Sonntag, 14. Mai 2017

Freie Bahn für einen König

 
Kein automatischer Alternativtext verfügbar.

Altbundeskanzler Gerhard Schröder soll - als 
Ministerpräsident von Niedersachsen - eines Nachts auf dem Heimweg an Torstangen des Bundeskanzleramts gerüttelt und mit lauter Stimme gerufen haben: "Ich will hier rein!" Wie wir wissen, ist es ihm später tatsächlich auch gelungen hineinzugelangen.
  In der nachfolgenden Stellung wird dem schwarzen König lange der Zugang ins gegnerische Lager verweigert. Aber wo ein entschlossener Wille ist, da ist manchmal auch ein Weg: Freie Bahn ... (anclicken)

Samstag, 13. Mai 2017

Zwei Schwächen sind oft eine zu viel!


 Kein automatischer Alternativtext verfügbar.

In der nachfolgenden Stellung demonstrierte Exweltmeister Kasparow auf mustergültige Weise, wie man ein solches Spiel gegen zwei Schwächen organisiert und am Ende gewinnt: Spiel gegen zwei Schwächen (anclicken)

Ein aktiver König ist oft die halbe Miete


 

Der schwarze Vorteil ist erkennbar, denn der Sf3 ist an die Verteidigung des e-Bauern gebunden (erste Schwäche) und der gedeckte Freibauer auf d5 ist sicherlich auch ein Pfund, mit dem man gelegentlich noch wuchern kann!
    Aber um weiterzukommen, bedarf es der aktiven Mithilfe des Königs. GM Benkö demonstrierte anschaulich, wie der König effektiv ins Spielgeschehen eingreifen kann und am Damenflügel eine zweite Schwäche erzeugt: Aktiver König und zwei Schwächen (anclicken)

Donnerstag, 5. November 2015

Verpasste Gelegenheiten zur Turmaktivierung

In Turmendspielen spielt die Turmaktivität eine maßgebliche Rolle. GM Dworetzki hält sie für so wichtig, dass man dafür sogar bereit sein sollte „einen Bauern zu opfern oder seine Königsstellung zu verschlechtern“


         Flohr -Vidmar (1938)

Der weiße Vorteil ist augenscheinlich, da der weiße Turm weitaus aktiver als der schwarze Turm ist. Schwarz sollte versuchen, wenn irgendmöglich, ihn zu aktivieren. Aber erst einmal wurden die Könige ins Zentrum gebracht

Ke2 Ke7 2. Kd3 Kd6 3. Ta5!

Der Weißspieler umschiffte hier eine Klippe. Das naheliegende aber unachtsame 3. Kd4? hätte eine Turmaktivierung und eine Verbesserung der Bauernstruktur zugelassen: 3. … Tb8! (droht Turmgewinn mit Tb4) 4. Ta5 c5! ( der Bauer ist tabu wegen Tb4+) 5. Kd3 Tb6 und Schwarz hätte seine Probleme gelöst



3. ...Ta8 4. Kd4

Weiß hat nun die Zentralisierung erfolgreich durchgeführt . Als nächstes geschieht nun die dauerhafte Festlegung der Bauernschwächen a6 und c6

4. … f5 5. b4 Tb8 6. a3 Ta8

  
Wie Es sieht hier so aus, als sei bisher als mehr oder wenig zwangsläufig verlaufen, ohne mögliche Gegenchancen für Schwarz. Das aber stimmt so nicht!
  GM Dworetzki in seinem Buch „Die Endpieluniversität“ nachweist, hätte Schwarz hier mit 5. … Kc7! ( der König soll die Verteidigung des a-Bauern übernehmen) 6. Kc5 Kb7 7. Kd6 Te8! 8. Ta3 d4! 9. exd4 Te2


eine erfolgreiche Turmaktivierung durchgeführt. Bei genauem Spiel wird Weiß aber auch dann noch - wegen des d-Bauern und aktiven Königs - einen Vorteil behalten: 10. Tc3! Txg2 11. Txc6 Txh2 12. a4 g5 13. Tc7+ Kb6 14. Tg7! aber Schwarz wäre nicht chancenlos bezüglich eines Remis







Zurück zur Partie: 7. e4 fxe4 8. fxe4 dex4 9. Kxe4






... sich dadurch die Operationsbasis des Turmes (5.Reihe) und des Königs erweitert haben

9. … Ta7?

Dies wäre nun wirklich - nach Dworetzki - die letzte Gelegenheit auf ein Gegenspiel gewesen. Hier hätte Schwarz noch einmal die Chance auf eine Turmaktivierung gehabt: 9. … Kc7! (Die schon bekannte Idee, dass der König die Verteidigung des a-Bauern übernehmen soll) 10. Te5 Kb6 11. Te7 a5! 12. Txh7 axb4 13. axb4 Ta4 14. Tg7 Txb4+ 15. Kf3


angesichts des schwachen g-Bauern sähe die Lage weiterhin kritisch aus. Aber Dworetzki gibt hier folgende interessante Variante an: 15. … Th4! 16. h3 Th6! (dies gewinnt dringend benötigte Zeit) 17. Kg4 c5! 18. Kg5 Th8 19. Txg6+ Kb5 20. Tg7 c4!


Es droht nun Tc8 und der c-Bauer wird zur Macht. Hier müsste Weiß schon aufpassen, dass er am Ende nicht sogar noch verliert

Nachdem Schwarz aber seine beiden Chancen zur Turmaktivierung hatte verstreichen lassen, wurde er in der Folge einfach ausmanövriert

10. Kf4 h6 11. h4 Ke6 12. Kg4 Ta8 13. h5! g5 ( Der Bauer h6 ist nun eine bleibende zweite Schwäche) 14. g3! (nimmt das Feld f4 unter Kontrolle bezüglich eines etwaigen Tf8+ und Tf4+) ) Ta7 15. Kf3! Ta8 16. Ke4 Ta7 17. Kd4 Kd6 18. Ke4 Ke6




Hier nun nutzt Weiß die erweiterte Operationsbasis seines Turmes aus um die zweite Schwäche (Bauer h6 ) zu attackieren

19. Te5! Kd6 20. Te8 c5 (schon Verzweiflung angesichts des drohenden Th8) 21. Td8+ Kc6 ( … Kc7 22. Th8!) 22. Tc8+ Kb6 23. Txc5

mit baldigem Gewinn



Fazit: In dem gerade gesehenen Beispiel hat sich gezeigt, dass eine rein passive Abwartestrategie in schlechter stehenden Turmendspielen (und dies kann man wohl auch auf viele andere Endspiele übertragen) meist nicht die beste Remisstrategie sein dürfte. Eine rechtzeitige Turmaktivierung mit Gegenspiel - auf Kosten einer verschlechterten Königsstellung und/oder eines Bauern – dürfte in den meisten Fällen eine bessere Strategie sein.

mm

Donnerstag, 15. Oktober 2015

Von Spatzen und Tauben im Schach

GM Mednis schreibt in seinem Buch „Vom Mittelspiel zum Endspiel“, dass man sich oft – zum eigenen Nachteil - mit dem Spatzen in der Hand begnügt und die Taube auf dem Dach entkommen lässt. Was er am folgenden Beispiel dann demonstrierte


Mednis -Romanischin
(Riga 1979)
Weiß bot hier kurz vor der Zeitkontrolle ein Bauernopfer an, was Schwarz dann auch akzeptierte

38. … exf4 39. Sxf4 Sxf4 40. Txf4 T6xc6 41. Ta4



Schwarz hat in dem nun entstandenen Doppelturmendspiel zwar gewisse praktische Gewinnchancen, aber es hat doch eine hohe Remiswahrscheinlichkeit. Der Mehrbauer ist schwer zu verwerten.

Genau dies meint Mednis, wenn er vom Spatzen in der Hand spricht. Er hatte seinem Gegner einen Mehrbauern in einem remisverdächtigen Endspiel angeboten, was dann am Ende tatsächlich auch in einem Remis endete.

   Statt sich mit dem Spatzen in der Hand zu begnügen hätte er Jagd auf die Taube auf dem Dach machen sollen. Und zwar mit
38. … e4! 39. T1c1 Td2! 40. T4c2 Txc2 41. Txc2 Ke7!


Nun geht der e-Bauer eh verloren und Schwarz wird mit einem gedeckten Freibauern (als Mehrbauern) verbleiben. Er muss auch keinen Springertausch fürchten, weil solche Turmendspiele eine hohe Gewinnwahrscheinlichkeit haben
   Soll man aber nun grundsätzlich den Spatzen in der Hand verschmähen? Das möchte ich keineswegs behaupten. In den folgenden Beispiel nahm Schwarz (GM Sokolov) den Spatz in der Hand und gewann


Schwarz hatte hier ein Druckspiel gegen die Schwäche d3 aufgebaut und nach klassischem Verständnis wäre es nun angesagt eine zweite Schwäche am Königsflügel zu erzeugen. Beispielsweise mit dem dem Bauernsturm g5-g4, h5-h4 + g3. Dies wäre die Taube auf dem Dach gewesen und ich bin mir recht sicher, dass Sokolov auch da zum Erfolg gekommen wäre. Aber er entschloß sich zu einem anderen Weg:

14… e4 15. dxe4 Lxe4 16. Sf3 Sxc3 17. bxc3 h6 18. Txd6 Txd6 19. Td1 Txd1 20. Dxd1 b6 21. Da4 Sa5



Bei materiellem Gleichstand verließ sich Schwarz auf seine bessere Bauernstruktur und die 3:2 Bauernmehrheit am Damenflügel. Dieser mag dem ein oder anderen als im Gewinnsinne etwas zu vage erscheinen. Aber Sokolov reichte dieser Spatz in der Hand! Wie er den Vorteil zum Gewinn verdichtete, kann man hier sehen: (anclicken)
   Was lautet nun das Fazit? Besser doch lieber den Spatz in die Hand nehmen? Letztendlich wird man immer abwägen müssen und seine eigenen Erfahrungen mit diesem Thema sammeln müssen!

Donnerstag, 1. Oktober 2015

Die Gunst der Stunde nutzen

Wer kennt das nicht aus dem eigenen Leben und den eigenen Schachpartien? Man hat einen günstigen Moment ungenutzt verstreichen lassen und muss damit - man mag es noch so sehr im Nachhinein bedauern - auch leben.

In der folgenden Stellung 


Ortueta -Sanz (Madrid 1934)

erkannte und nutzte allerdings der Schwarzspieler  die sich ihm bietende "Gunst der Stunde" und spielte:
31. ... Txb2!!

So ging es weiter: Die Gunst der Stunde genutzt (anclicken)


Dienstag, 29. September 2015

Motiverkennung und Zugzwang

In der folgenden Studie





ist klar, dass Schwarz nach 1. ... b5+ sofort sicher im Remishafen angelangt wäre. Aber Weiß kann den Umstand nutzen, dass der Ta7 im Moment noch passiv steht (Motiv). Wie?  Ein Tipp noch: Es hat etwas mit Zugzwang zu tun

Lösung (hier anclicken)