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Donnerstag, 1. Oktober 2015

Die Gunst der Stunde nutzen

Wer kennt das nicht aus dem eigenen Leben und den eigenen Schachpartien? Man hat einen günstigen Moment ungenutzt verstreichen lassen und muss damit - man mag es noch so sehr im Nachhinein bedauern - auch leben.

In der folgenden Stellung 


Ortueta -Sanz (Madrid 1934)

erkannte und nutzte allerdings der Schwarzspieler  die sich ihm bietende "Gunst der Stunde" und spielte:
31. ... Txb2!!

So ging es weiter: Die Gunst der Stunde genutzt (anclicken)


Freitag, 11. Mai 2012

Entfernter gegen gedeckter Freibauer





Zwar hat Weiß auch in diesem Beispiel den entfernteren Freibauern, aber diesmal wird der gegnerische Freibauer zuverlässig durch den e6-Bauern geschützt. Der schwarze König kann sich ganz dem entfernten Freibauern widmen.
1. Kc3!
Weiß ist gut beraten, hier keine zweifelhaften Gewinnversuche zu starten. In die Fernopposition (3 Felder zwischen den Königen) zu gehen
1. ... Kb6 2. Kb4
Nun dreht Schwarz den Spieß um und lenkt den weißen König von dem entfernten Freibauern ab.
2. ... d4! 3. Kc4 d3 4. Kxd3 Kxb5
Schwarz hat jetzt die Oberhand. Der e5-Bauer geht nun auch noch verloren
5. Kd4 Kb4 6. Ke4 Kc4 7. Ke3 Kd5 8. Kd3 Kxe5 9. Ke3!




Glücklicherweise, aus weißer Sicht gesehen, handelt es sich hierbei um ein theoretisches Remisendspiel

Setzt man allerdings den gedeckten und den entfernten Freibauern weiter auseinander, so nimmt Ersterer an Stärke zu

1. Kb4 Kb7 2. Kb5 Ka7 3. Kc5!
Der Kampf um den a-Bauern ist sinnlos, da der König niemals das Feld a4 betreten darf (Quadratregel)
3. ... Ka6 4. Kd5 Kxa5 5. Ke5 Kb5 6. Kf6!
Abwarten würde nicht helfen
6. ... f4 7. Kxg6 f3 8. Kh7 f2 9. g6 f1D 10. g7


Unglücklicherweise, aus weißer Sicht gesehen, handelt es sich hierbei um ein theoretisch verlorenes Endspiel

Im PGN-viewer: Entfernter gegen gedeckter Freibauer

Resümee:
Ein gedeckter Freibauer ist einem entfernten Freibauern zumindest im Bauernendspiel leicht überlegen. Um so mehr Raum zwischen ihnen liegt, um so deutlicher tritt dies zu Tage

Mittwoch, 9. Mai 2012

Der Freibauer . eine Einführung

                     


Ich möchte einen „Mitspieler“ vorstellen, der gar nicht so selten in unseren
Schachpartien auftaucht: Der  Freibauer.

Ein Freibauer ist ein Bauer, der freie Bahn hat. Das heißt, dass weder auf seiner Linie noch auf den beiden benachbarten Linien ein gegnerischer Bauer sein Fortkommen behindert.
So wie im folgenden Beispieldiagramm:
 



Der weiße d-Bauer erfüllt die oben genannten Kriterien und ist somit ein Freibauer. Aber auch Schwarz hat das Potential für einen Freibauern. Seine 2:1 Bauernmehrheit am Damenflügel ist ein sicherer Garant für eine Freibauernbildung.
1. .... Kf8 2. Kf1 Ke7 3. Ke2 Kd6 4. Kd3 Kd5



Nach der üblichen Zentralisierung der Könige ist der weiße Freibauer blockiert.  Aber hat ja noch einen potentiellen Freibauern in petto.

5. f3 b5 6.a3 a6!

Eile mit Weile!

7. Kc3 a5! 

Durch dei kleine Verzögerung hat Schwarz erreicht, dass nun der weiße König auf dem falschen Fuße erwischt wird. Es bleibt im nichts Anderes übrig, als die Kontrolle über das Feld b4 aufzugeben.

8. Kd3 b4! 9. axb4 axb4 



Nun haben beide Seiten einen Freibauern. Aber im Verhältnis zu den übrigen Bauern am Königsflügel hat Schwarz den entfernteren Freibauern. Und dies erweist sich als ein entscheidender Vorteil!

 10. Ke3 b3!  11. Kd3 b2 12. Kc2 Kxd4 13. Kxb2 Ke3 -+

Der König kann nicht mehr am Abräumen des Königsflügels gehindert werden.
                                               
                                                      0-1

Im PGN-Viewer:  Der Freibauer 1