In der folgenden Studie
ist klar, dass Schwarz nach 1. ... b5+ sofort sicher im Remishafen angelangt wäre. Aber Weiß kann den Umstand nutzen, dass der Ta7 im Moment noch passiv steht (Motiv). Wie? Ein Tipp noch: Es hat etwas mit Zugzwang zu tun
Lösung (hier anclicken)
Dienstag, 29. September 2015
Montag, 21. September 2015
Den (vielleicht) entscheidenden Durchbruch verpasst
Nach 17 Zügen war folgende Stellung erreicht
Weiß hat einigen Druck am Königsflügel und droht durchaus unangenehm Sf6+ und natürlich auch Dxc5. Hier erinnerte ich mich an einen Großmeister-Rat: "Wenn du das Gefühl hast bei normalem weiteren Verlauf unterzugehen, verändere den Charakter der Stellung. Suche Gegenspiel ... stelle den Gegner vor konkrete Probleme" (GM Berelowitsch) Und so spielte ich hier
17. ... bxc3 18. bxc3 d4!?
Ob dieses Bauernopfer nun im "objektiven" Sinne der beste Zug ist, möchte ich nicht behaupten. Aber das Spiel verlagerte sich vom Königsflügel in die Brettmitte und ich bekam etwas Gegenspiel für den Bauern: siehe hier
Im 47. Zug hatten wir dann folgende Stellung erreicht
Der schwarze Vorteil ist augenscheinlich. Weiß kann sich kaum noch bewegen. So ist z.B. Txa6 nicht möglich wegen Dd5+ + Td1-Th1
Und eigentlich wäre so ein sinnvoller Abwartezug wie 47. ... Kg7 hier durchaus angebracht gewesen. Soll sich doch der Gegner erst mal
Gedanken machen!
Natürlich hatte ich den Bauerngewinn 47. ... Txf2+ 48. Dxf2 Dxa1 gesehen, sah aber nicht wie ich da weitergekommen wäre. Hier eine mögliche Fortsetzung: (hier anclicken)
Während ich so nachdachte kam mir auf einmal die Idee Dd3 + Te2 + De4 und ich sah nicht, wie man den Bauern auf e5 retten könnte. Also spielte ich
47. ... Dd3
und wurde von meinem Gegner unangenehm überrascht:
(hier clicken)
Hier hätte ich nun wieder in ein Damenendspiel mit Mehrbauern übergehen können mittels 52. ... Te1 + 53. Txe1 Dxe1+ 54. Kg2 Dxe5
aber ich sah wiederum nicht wie das gewinnen könnte. Habe diesbezüglich auch mal in der "Endspieluniversität" (Dworetzki) nachgeschaut und da heißt es kategorisch: Damenendspiele mit 2:3 und 3:4 sind bei gesunder Bauernstruktur remis
Allerdings musste ich wenig später in ein Turmendspiel einlenken:
(hier clicken)
Ist dieses Turmendspiel zu gewinnen? Man kann es versuchen, aber die weiße Bauernaufstellung gilt als optimal und nach fast sechsstündiger Spielzeit endete die Partie auch folgerichtig Remis
Direkt nach der Partie brachten Mannschaftskollegen eine g5 - Idee auf. Also nicht auf Bauernraub gehen, sondern versuchen am Königsflügel eine zweite Schwäche zu kreieren und dort durchzubrechen. Ich war irritiert, dass ich diese Möglichkeit überhaupt nicht ernsthaft in Betracht gezogen hatte. Und jetzt auch nach Rücksprache mit dem Schachprogramm Rybka 3 muss ich zugeben, dass wohl zum Erfolg hätte führen können
(Hier clicken)
Irgendwie "traurig" und lehrreich zugleich. Anstatt zu versuchen die erste Schwäche (e5-Bauer) auszubeuten einfach eine zweite Schwäche schaffen. Eigentlich ganz logisch, oder?
Weiß hat einigen Druck am Königsflügel und droht durchaus unangenehm Sf6+ und natürlich auch Dxc5. Hier erinnerte ich mich an einen Großmeister-Rat: "Wenn du das Gefühl hast bei normalem weiteren Verlauf unterzugehen, verändere den Charakter der Stellung. Suche Gegenspiel ... stelle den Gegner vor konkrete Probleme" (GM Berelowitsch) Und so spielte ich hier
17. ... bxc3 18. bxc3 d4!?
Ob dieses Bauernopfer nun im "objektiven" Sinne der beste Zug ist, möchte ich nicht behaupten. Aber das Spiel verlagerte sich vom Königsflügel in die Brettmitte und ich bekam etwas Gegenspiel für den Bauern: siehe hier
Im 47. Zug hatten wir dann folgende Stellung erreicht
Der schwarze Vorteil ist augenscheinlich. Weiß kann sich kaum noch bewegen. So ist z.B. Txa6 nicht möglich wegen Dd5+ + Td1-Th1
Und eigentlich wäre so ein sinnvoller Abwartezug wie 47. ... Kg7 hier durchaus angebracht gewesen. Soll sich doch der Gegner erst mal
Gedanken machen!
Natürlich hatte ich den Bauerngewinn 47. ... Txf2+ 48. Dxf2 Dxa1 gesehen, sah aber nicht wie ich da weitergekommen wäre. Hier eine mögliche Fortsetzung: (hier anclicken)
Während ich so nachdachte kam mir auf einmal die Idee Dd3 + Te2 + De4 und ich sah nicht, wie man den Bauern auf e5 retten könnte. Also spielte ich
47. ... Dd3
und wurde von meinem Gegner unangenehm überrascht:
(hier clicken)
Hier hätte ich nun wieder in ein Damenendspiel mit Mehrbauern übergehen können mittels 52. ... Te1 + 53. Txe1 Dxe1+ 54. Kg2 Dxe5
aber ich sah wiederum nicht wie das gewinnen könnte. Habe diesbezüglich auch mal in der "Endspieluniversität" (Dworetzki) nachgeschaut und da heißt es kategorisch: Damenendspiele mit 2:3 und 3:4 sind bei gesunder Bauernstruktur remis
Allerdings musste ich wenig später in ein Turmendspiel einlenken:
(hier clicken)
Ist dieses Turmendspiel zu gewinnen? Man kann es versuchen, aber die weiße Bauernaufstellung gilt als optimal und nach fast sechsstündiger Spielzeit endete die Partie auch folgerichtig Remis
Direkt nach der Partie brachten Mannschaftskollegen eine g5 - Idee auf. Also nicht auf Bauernraub gehen, sondern versuchen am Königsflügel eine zweite Schwäche zu kreieren und dort durchzubrechen. Ich war irritiert, dass ich diese Möglichkeit überhaupt nicht ernsthaft in Betracht gezogen hatte. Und jetzt auch nach Rücksprache mit dem Schachprogramm Rybka 3 muss ich zugeben, dass wohl zum Erfolg hätte führen können
(Hier clicken)
Irgendwie "traurig" und lehrreich zugleich. Anstatt zu versuchen die erste Schwäche (e5-Bauer) auszubeuten einfach eine zweite Schwäche schaffen. Eigentlich ganz logisch, oder?
Dienstag, 15. September 2015
Bauernopfer zwecks Aktivierung des Turms
Hier besteht schon aufgrund der aktiven Turmstellung (auf d4) ein schwarzer Vorteil. Aber zusätzlich droht der schwarze König an den b4-Bauern heranzulaufen. Aus weißer Sicht wäre nun die schnelle Turmaktivierung mittels
1. Tc1!
der richtige Weg gewesen, um Gegenspiel und in ein vermutlich remisliches Endspiel zu gelangen: Analyse 1
In der Partie allerdings entschied Weiß sich für die Überführung des Königs ins Zentrum - vom Prinzip her nicht unbedingt falsch, in der konkreten Stellung aber schon: Partiefortsetzung
Dienstag, 23. Juni 2015
Entscheidender Durchbruch mittels eines Bauernopfers
Aljechin - Trejbal
(1925)
Der weiße Vorteil ist offensichtlich. Schwarz hat die "Qualität" weniger und steht passiv. Aber so leicht war die Stellung gar nicht zu knacken. Es bedurfte einer besonderen Maßnahme
48. d5!
Mittels dieses Bauernopfers macht Weiß den Weg für den König frei hinein ins gegnerische Lager
48. .... exd5 ( 48. ... cxd5 49. Tc8 Kg7 50. Ta8! gewinnt den a-Bauern +- ) 49. e6! Kg7 50. g5 h5 51. Kd4!
Der Königsmarsch beginnt
50. ... Tc7 51. Kc5 Tc8 52. Kb6 d4 53. e7!
Hier gab Schwarz zu Recht auf. Der d-Bauer geht ersatzlos verloren und dann taucht der Turm auch gleich auf d8 auf
1-0
Online nachspielen: hier clicken
Montag, 15. Juni 2015
Die Laskerelemente in Aktion
Der frühere Weltmeister E.Lasker hielt Folgendes für die drei wichtigsten Elemente im Endspiel:
a) Königsaktivität
b) Freibauern
c) Zugzwang
In dem nun folgenden Beispiel traf das genau zu
a) Königsaktivität
b) Freibauern
c) Zugzwang
In dem nun folgenden Beispiel traf das genau zu
Unzicker - Ribli (1987)
Schwarz
besitzt zwei Mehrbauern, aber bekanntlich muss das in einem Endspiel
mit ungleichfarbigen Läufern noch nicht viel bedeuten. Noch hat Weiß
alle Schwachpunkte (g2, e4 +b3) unter Kontrolle
1. ... Ld4!
Zugzwang! (1. Laskerelement) Schwarz kann nicht die Überdeckung aller drei Schwachpunkte aufrechterhalten
2. Ke2
Gibt die direkte Deckung des g-Bauern auf. Aber die Alternative 2. Le6 Kf4! 3. Ld5 Ke3! hätte den Königsmarsch zum b-Bauern erlaubt (Laskers Königsaktivität). Nach 4. Ke1 Kd3 5. Ke1 Le3!
droht erneuter Zugzwang, denn weder darf der weiße König die Kontrolle über c2 aufgeben noch der Läufer den e4-Bauern einfach hergeben. Es könnte folgen 6. Lc6 b3 7. La4 Kc3! mit erneutem Zugzwang Egal ob der weiße König oder der Läufer zieht. Es folgt immer 8. ...b2! mit Gewinn
2. ... b3!
Diese Ablenkung bringt den Gewinn des g-Bauern und der Partie. Fatal wäre dagegen das direkte 2. ... Kxg2?? gwesen. Denn nach 3. e5!! Kxh3 4. e6!
liefe der Bauer zur Umwandlung
3. Lxb3 Kxg2 5. Le6 h5 6. Ld7
Weiß hat eine letzte Hürde errichtet. Aber sie hilft nicht
6. ... g4! 7. hxg4 h4!
Dieser Freibauer (2. Laskerelement) entscheidet die Partie
8. Lc6 Le5
Montag, 28. Mai 2012
Eine Linienöffnung brachte die Entscheidung!
Smyslow-Ribli
In dieser Stellung scheint Weiß leichte Vorteile zu haben aufgrund einer zentraleren Königsstellung und der 3:2 Bauernmehrheit am Damenflügel.
___________________________________________________________________
Ein reines Bauernendspiel mit den Königen auf d4 und d6 würde Weiß gewinnen.
1.c5!
Der entscheidende Durchbruch am Damenflügel beginnt
1... bxc5 2. Kc4 e5
Der gegnerische Durchbruch ist zu langsam
3. fxe5 Kex5 4. Kxc5! g5 5. a5 f4 6. b6
und der Bauer wird das Wettrennen gewinnen und mit Schach einziehen
______________________________________________________
Diese Festlegung des a7- Bauern ist sehr sinnvoll (Erste Schwäche). Da der weiße Springer ihn über c6 ganz schnell attackieren kann, ist der schwarze Turm nun an dessen Verteidigung gebunden.
38. ... Kg7 39. Tc2!
Ein weiterer Nadelstich! Nun droht Td2 und Schwarz hätte danach die Wahl zwischen „Pest“ und „Cholera“. Entweder er tauscht die Türme und gerät in ein verlorenes Springerendspiel oder er muss Weiß die Turmlinie überlassen
39. ... Se4
Dies verhindert zwar Td2, aber von nun an ist der Springer an das Feld e4 gebunden. Ansonsten käme Td2
Hier nun ist die Partie an einen ganz entscheidenden Punkt angelangt. Wie
soll Weiß nun fortsetzen? Recht naheliegend scheinen Durchbruchversuche
mit Sd3 und c5 zu sein, alternativ auch mit Sc6 und c5. Und es mag vielleicht auch wirklich funktionieren.
Aber Weiß hat eine viel einfachere Möglichkeit. Er schafft am Königsflügel eine zweite Schwäche (die erste Schwäche ist natürlich der Bauer a7)
40. g4! Kf6 41. g5! +
Der g6- Bauer wird festgelegt, so dass Schwarz einer Öffnung der h-Linie
nicht mehr durch g5 ausweichen kann
41. ... Kg7
Wenn jemand hier stattdessen mit 41. ... Sxg5? geliebäugelt haben sollte, so
wird er mit Punktabzug bestraft. Nach 42. Sc6! wären zwei Figuren
angegriffen
42. Sc6 Td7 43. Tg2 Kf8 44. h4!
44. ... Ke8 45. Th2 Kf8 46. h5!
Die Linienöffnung steht nun unmittelbar bevor
Weiß ist am Ziel seiner Träume! Nun wird die h-Linie aufgehen.
____________________________________________________________________
Nur am Rande sei erwähnt, dass Schwarz mit 45. ... Sg3 46. h5 hätte verhindern
können. Dann aber hätte der Durchbruch 46. Th3 Sh5 47. c5!! zum Ziel
geführt hätte:
______________________________________________________________
46. ... gxh5 47. Txh5 Kg8 48. Th1 Kg7 49. Se5 Td8 50. Th6 Td6
Der weiße Vorteil steht außer Frage. Der Bauer a7 ist eine permanente
Schwäche geblieben. Und durch den Zugewinn der halboffenen h-Linie für
den weißen Turm sind nun auch die Bauern e6 und h7 schwach geworden.
Wiederum am Rande sei erwähnt, dass auch 48. ... Kg7 49. hxg6 hxg6 50.
Se5 Td8 51. Th6! nicht geholfen hätte
51. Ke2
Offensichtlich will Weiß eine Zugzwangsituation herstellen. Zieht der Turm,
fällt e6. Zieht der Springer wäre Tf6 oder vielleicht auch der Durchbruch c5
möglich. Zieht der König würde g6 eine Option werden. Aber erhätte natürlich
auch sofort 51. Sc6! spielen können. Nach 51. ... Td7 52. Txe6 bliebe Weiß
mit einem Mehrbauern und gutem Figurenspiel am Drücker
51. ... Sc3+ 52. Ke1 Td1+ 53. Kf2 Td4 54. Kf3 Td6 55. Tf6!
Die schwarze “Scheinaktivität” hat nun dazu geführt, dass der Turmeinbruch
auf der siebten Reihe nicht mehr zu verhindern ist.
55. ... Kg8 56. Tf7! Td3+
Sollte sich Schwarz wirklich auf diesen Trick verlassen haben?
57. Sxd3!
Das Springerendspiel ist gewonnen, da der a7-Bauer forciert verloren geht:
57. ... Kxf7 58. Se5+ Ke8 59. Sc6 +-
Deshalb gab Schwarz hier auf!
1-0
Partie im Pgn-Viewer: Linienöffnung
Resümee:
Weiß gewann die Partie, weil er nach Festlegung der ersten Schwäche
(Bauer a7) am Königsflügel daran ging, eine Linie für seinen Turm zu öffnen.
Dieses Prinzip der Schaffung einer zweiten Schwäche führt in den meisten
Fällen zum gewünschten Erfolg. Insbesondere dann, wenn die beiden
Schwächen weit auseinander liegen
37. a5!
Ein sehr sinnvoller Vorstoß. Der Bauer ist mehr oder weniger tabu, da
ansonsten der c-Bauer Flügel bekäme.
Ein sehr sinnvoller Vorstoß. Der Bauer ist mehr oder weniger tabu, da
ansonsten der c-Bauer Flügel bekäme.
37. ... Sc5
Der Versuch eines aktiven Gegenspiels mittels 37. ... Td2 wäre nicht zu
empfehlen gewesen. Nach 38. c5! bxc5 29. Txc5 gerät Schwarz auf jeden Fall in ein schlechteres Endspiel
38. a6! Der Versuch eines aktiven Gegenspiels mittels 37. ... Td2 wäre nicht zu
empfehlen gewesen. Nach 38. c5! bxc5 29. Txc5 gerät Schwarz auf jeden Fall in ein schlechteres Endspiel
Diese Festlegung des a7- Bauern ist sehr sinnvoll (Erste Schwäche). Da der weiße Springer ihn über c6 ganz schnell attackieren kann, ist der schwarze Turm nun an dessen Verteidigung gebunden.
38. ... Kg7 39. Tc2!
Ein weiterer Nadelstich! Nun droht Td2 und Schwarz hätte danach die Wahl zwischen „Pest“ und „Cholera“. Entweder er tauscht die Türme und gerät in ein verlorenes Springerendspiel oder er muss Weiß die Turmlinie überlassen
39. ... Se4
Dies verhindert zwar Td2, aber von nun an ist der Springer an das Feld e4 gebunden. Ansonsten käme Td2
Hier nun ist die Partie an einen ganz entscheidenden Punkt angelangt. Wie
soll Weiß nun fortsetzen? Recht naheliegend scheinen Durchbruchversuche
mit Sd3 und c5 zu sein, alternativ auch mit Sc6 und c5. Und es mag vielleicht auch wirklich funktionieren.
Aber Weiß hat eine viel einfachere Möglichkeit. Er schafft am Königsflügel eine zweite Schwäche (die erste Schwäche ist natürlich der Bauer a7)
40. g4! Kf6 41. g5! +
Der g6- Bauer wird festgelegt, so dass Schwarz einer Öffnung der h-Linie
nicht mehr durch g5 ausweichen kann
41. ... Kg7
Wenn jemand hier stattdessen mit 41. ... Sxg5? geliebäugelt haben sollte, so
wird er mit Punktabzug bestraft. Nach 42. Sc6! wären zwei Figuren
angegriffen
42. Sc6 Td7 43. Tg2 Kf8 44. h4!
44. ... Ke8 45. Th2 Kf8 46. h5!
Die Linienöffnung steht nun unmittelbar bevor
Weiß ist am Ziel seiner Träume! Nun wird die h-Linie aufgehen.
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Nur am Rande sei erwähnt, dass Schwarz mit 45. ... Sg3 46. h5 hätte verhindern
können. Dann aber hätte der Durchbruch 46. Th3 Sh5 47. c5!! zum Ziel
geführt hätte:
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46. ... gxh5 47. Txh5 Kg8 48. Th1 Kg7 49. Se5 Td8 50. Th6 Td6
Der weiße Vorteil steht außer Frage. Der Bauer a7 ist eine permanente
Schwäche geblieben. Und durch den Zugewinn der halboffenen h-Linie für
den weißen Turm sind nun auch die Bauern e6 und h7 schwach geworden.
Wiederum am Rande sei erwähnt, dass auch 48. ... Kg7 49. hxg6 hxg6 50.
Se5 Td8 51. Th6! nicht geholfen hätte
51. Ke2
Offensichtlich will Weiß eine Zugzwangsituation herstellen. Zieht der Turm,
fällt e6. Zieht der Springer wäre Tf6 oder vielleicht auch der Durchbruch c5
möglich. Zieht der König würde g6 eine Option werden. Aber erhätte natürlich
auch sofort 51. Sc6! spielen können. Nach 51. ... Td7 52. Txe6 bliebe Weiß
mit einem Mehrbauern und gutem Figurenspiel am Drücker
51. ... Sc3+ 52. Ke1 Td1+ 53. Kf2 Td4 54. Kf3 Td6 55. Tf6!
Die schwarze “Scheinaktivität” hat nun dazu geführt, dass der Turmeinbruch
auf der siebten Reihe nicht mehr zu verhindern ist.
55. ... Kg8 56. Tf7! Td3+
Sollte sich Schwarz wirklich auf diesen Trick verlassen haben?
57. Sxd3!
Das Springerendspiel ist gewonnen, da der a7-Bauer forciert verloren geht:
57. ... Kxf7 58. Se5+ Ke8 59. Sc6 +-
Deshalb gab Schwarz hier auf!
1-0
Partie im Pgn-Viewer: Linienöffnung
Resümee:
Weiß gewann die Partie, weil er nach Festlegung der ersten Schwäche
(Bauer a7) am Königsflügel daran ging, eine Linie für seinen Turm zu öffnen.
Dieses Prinzip der Schaffung einer zweiten Schwäche führt in den meisten
Fällen zum gewünschten Erfolg. Insbesondere dann, wenn die beiden
Schwächen weit auseinander liegen
Samstag, 12. Mai 2012
Ungleichfarbige Läufer sind nicht immer Remis
In dem folgenden Beispiel Karpov nicht verhindern können, dass sein
Gegner in ein Remisendspiel mit ungleichfarbigen Läufern einlenkt hatte. Aber er
spielte unverdrossen weiter! Und tatsächlich, sein Gegner spielte ungenau und
verstieß gegen wesentliche Endspielprinzipien. So das Karpov diese Partie letztlich
doch noch gewinnen konnte.
Llubojevic – Karpov ( Mailand 1975)
Durch eine kleine Unachtsamkeit hat sich Weiß in eine etwas
unangenehme Lage gebracht. Er kann seien Le3 nicht vor dem Abtausch retten ohne
dabei einen Bauern zu verlieren. Es droht nämlich 22... .Lb1 23. a3
Lc2! mit Bauerngewinn. Aber was wäre die
Alternative? Nach 22. Sc3 Sxe3 23 fxe3 Kf7
Analysediagramm
stünde dem Weißen ein schwieriges Endspiel bevor. In
Endspielen mit beweglichen Bauern auf beiden
Flügeln ist der Läufer dem Springer überlegen. Hinzukommen die beiden
weißen Bauernschwächen; der Bauer auf e3 und der Doppelbauer.
Und so entschied Weiß richtigerweise in ein ungleichfarbiges
Läuferendspiel mit einem Minusbauern einzulenken
Diese Stellung sollte aufgrund der
ungleichfarbigen Läufer eigentlich mit einem Remis enden. Wobei der
entsprechende Remisplan eigentlich recht simple ist:
Weiß stellt alle Bauern auf die Farbe des
eigenen Läufers und blockiert dann mit König und Läufer den Vormarsch des
gegnerischen Mehrbauern.
Um so erstaunlicher mutet es an, dass Karpov diese Partie
noch gewann. Sein Gegner spielte recht sorglos und entfernte sich immer mehr
von der idealen Auffangstellung
8.f3?!
Eine erste Ungenauigkeit. Es entzieht dem Le3 die sichere Basis
8...Kf7 9.Lf4 c6 10.Ld6
Schwarz stellt die Bauern schwarzfeldrig und sperrt
so den Lf8 halbseitig ein
Weiß "kurvt" mit dem Läufer umher, anstatt den
König in die Mitte zu bringen
10...Ke6 11.Lf8 g6 12.Kf2 a5
13.Ke3 b6!
14.h4 c5! 15.g4?
15. ....Ld1!
Diese Chance lässt Schwarz sich nicht entgehen. Nun ist erst einmal der
weiße König an den Bauern f3 gebunden. Ein Folge des Verstoßes gegen eines der
Grundprinzipien in solchen Endspielen. Die eigenen Bauern gehören auf die Farbe des eigenen Läufers.
16.Ke4 a4 17.h5 gxh5 18.gxh5 f5+ 19.Ke3 Kd5!
16.Ke4 a4 17.h5 gxh5 18.gxh5 f5+ 19.Ke3 Kd5!
Endlich stehen alle weißen Bauern auf der richtigen Farbe. Aber nun wird der Damenflügel zum Problem
21...Kb3 22.Lg7 Kc2!
Schwarz erlaubt nicht, dass
der König mit Attacke auf den Ld1 nach c1 gelangt. 22...b5? 23.Kd2! Lf3 24.Kc1 Nun kann der Läufer im Kampf gegen den Vormarsch der schwarzen Bauern
mithelfen 24...b4 25.axb4 cxb4 26.Lf8 a3 27.bxa3 bxa3 28.Le7 a2 29.Lf6
Analysediagramm
Es gibt kein Weiterkommen für Schwarz. Zurück zur Partiefortsetzung:
23.Le5 Lh5
Der Läufer wird nun erst einmal auf ein
besseres Feld gebracht
24.Lf6 Lf7 25.Le5 Lb3!
26.Lg7 b5!
Nun geht es los!
27.Lf8
[27.Lc3 b4! 28.axb4 cxb4 29.Lxb4 Kxb2
und der a- Bauer wird den Läufer kosten]
27...c4!
Nur so!
[27...b4 28.Lxc5 Kxb2 29.Lxb4=; 27...Kxb2
28.Lxc5=]
Der Durchbruch hat begonnen!
29.Kd4
29...c3!
Der entscheidende Durchbruch!
30.bxc3 bxa3 31.c4 a2 32.Kc5 Kb1
Nun kostet das den Läufer
Hier gab Weiß reichlich spät die Partie auf!
0-1
Hier die Partie im PGN-viewer:
Hier die Partie im PGN-viewer:
Resümee: Weiß ging richtigerweise in ein Endspiel mit ungleichfarbigen Läufern über, verstieß aber gegen grundlegende Prinzipien und verlor folgerichtig
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